Allgemeiner Politik Thread

Dieses Thema im Forum "Archiv - Off Topic" wurde erstellt von Niedersachse, 15. November 2008.

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  1. Bremen

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    @ Felissilvestris

    Zweifelsohne ein interessanter Artikel. Allerdings ändert er nichts an der Tatsache, daß erst die Politik die Fehler verursacht und dann die Medien daran anschließend darüber berichten bzw. sie kommentieren und wenn die Fehler sich häufen, kann man auch leider nicht verhindern, daß eine Lawine losgetreten wird. Demzufolge dürfen sich weder die Politiker noch ein Professor für Empirische Kommunikationsforschung darüber wundern, wenn es Kritik hagelt, auch weil die Bevölkerung zwischen zwei Wahlen kaum Einfluß auf politische Entscheidung hat.

    Daß unter den Journalisten einige "schwarze Schafe" (die Farbbezeichnung meine ich jetzt nicht parteipolitisch) sind, versteht sich von selbst, aber auch und gerade Prof. Kleppinger sollte wissen, daß trotz allem die Politik immer noch einen großen um nicht zu sagen zu großen Einfluß auf die Medienlandschaft hat (s. die Posse um die Besetzung des ZDF-Programmdirektors), so daß man die Kritik an die Medien relativieren muß.
     
  2. Bremen

    Bremen Moderator

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    Nicht ganz. Im Gegensatz zu Dir hege ich nicht die Befürchtung, daß in Filialapotheken sich dauerhaft das Beschäftigungsprinzip der Discounter durchsetzen wird, weil eine solche Beschäftigung eine höhere Qualifikation erfodert.
     
  3. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Sehe ich nicht ganz so. Im Grunde kannst du in Zukunft zumindest alle freiverkäuflichen Medikamente genau wie im Supermarkt ins Regal legen und die Leute zahlen wie im Supermarkt an der Kasse. Damit wäre schon einmal ein großer Teil des Arnzneimittelmarktes für die klassische Apotheke futsch. Und selbst bei verschreibungspflichtigen Medikamenten reichen angelernte Kräfte, wenn der Kunde keine Beratung wünscht.
    Meine Antidepressiva könnte ich mir auch im Supermarkt holen. Die gute Dame in der Apotheke schaut auf mein Rezept, geht zum Schrank, holt ne Packung raus, tippt zwei sachen in ihren Computer, nimmt Geld von mir und wünscht mir nen guten Tag. Hierfür braucht man keine Fachkraft. Die nötige Beratung im Umgang mit dem Medikament erhalte ich beim Arzt.
     
  4. Bremen

    Bremen Moderator

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    Das ist das Prinzip der freien Marktwirtschaft, auch wenn man sich schon manchmal fragt, warum einige nicht wirklich zum Kernsortiments passende Artikel in manchen Geschäften stehen (z.B. Wein im Baumarkt).
     
  5. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Mir brauchst das nicht sagen. Sag es dem Journalisten, der demjenigen, der den Markt dann mal irgendwann liberalisiert hat, vorwerfen wird, dass er damit viele qualifizierte Arbeitsplätze vernichtet habe.

    Das einzige, was ich vom Jorunalismus verlange, ist objektive Berichterstattung. Leider ein wenig verbreitetes Phänomen im deutschen Journalismus.
    Kann dir da so einige Beispiele nennen.
     
  6. Mick_666

    Mick_666 Guest

    ...vielleicht, weil Du die Beratung, wie oben genannt, nicht wünschst? Ich denke, eine Apotheke muss Fachkräfte beschäftigen, die beraten können, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Inwieweit jene vom Kunden zum Beraten animiert werden oder nicht, ist dabei unerheblich. Ob es nun eine Filialapotheke wird oder die Apotheke eines kleinen Einzelunternehmers bleibt, der Status Quo der Apotheke bleibt der selbe/ muss mMn der selbe bleiben. Eine Apotheke, die nur Angestellte beschäftigt, die Kunden mit dem Verweis "Fragen sie doch Ihren Hausarzt" abspeist, dürfte auch in Zukunft keine Zukunft haben.
    :tnx: Eben.
    Korrekt. :tnx: :tnx: :tnx:
    Was ich nicht verstehe: Die Liberalen widersprechen mit solchen Ansichten gewissermaßen ihrer sonstigen, eigenen (Wahlkampf-) Vorgehensweise.
    Tja, aber letztlich ist der Arbeitgeber auch derjenige, der sich an den Gegebenheiten des Marktes orientieren muss. Er gibt in der Regel nur den Druck weiter, den er selbst hat. Derlei Aussagen über die "gnadenlos ausbeutenden Arbeitgeber" sind mir zu plakativ. Natürlich gibt es auch da Unterschiede, natürlich gibt es auch grob fahrlässige Ausbeutung. Aber meine Erfahrung ist, dass viele solcher Unternehmen, die so vorgehen, dennoch nicht lange existieren oder sich zumindest keinen Meter weiterentwickeln (und irgendwann untergehen). Weil der "Ruf" am Markt und das Anwerben bzw. Halten von Fachpersonal eine wichtige Rolle spielt.
    Im übrigen sind es manchmal ebenso die Arbeitgeber, die psychisch erkranken. Ursächlich dafür ist die Marktwirtschaft.
    Im grossen Ganzen eine (überholte) Gesellschaftsform, der allerdings die Alternativen fehlen.

    Ausserdem gibt es im Hinblick auf marktwirtschaftliche Gesetze immer noch Unterschiede zwischen Handwerk und Dienstleitungen und der Großindustrie. So gesehen hätte die Pharma-Industrie, selbst wenn sie gezwungen wäre, ihre Produkte preislich einem stärkeren Wettbewerb anzupassen, immer noch Spielräume. Weil die Konkurrenzsituation dann doch nicht so gravierend wie bei der Vielzahl der kleinen Unternehmen ist und eine gewisse "Regulierung" der Preise untereinander dort so oder so stattfindet/ möglich ist.
     
  7. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Wie gesagt ich wünsche mir durchaus Beratung, brauche sie aber in der Apotheke nicht mehr, weil bei Verschreibungspflichtigen die Beratung bereits beim Arzt erfolgte. Anders kommst du ja gar nicht an das Produkt. Die werden aber eh keine große Rolle spielen, weil du ja eh nur eine Zuzahlung leisten musst und die Krankenkasse abrechnet. Somit wird es in dem Segment der Verschreibungspflichtigen nur eine spürbare Einsparung erzielt werden können, wenn die Krankenkassen mit den Pharmaunternehmen aushandeln. Dies wird ja jetzt genauso kommen.

    Was zum Beispiel die klassische ASS-Produkte angeht, so werden wir sehen, dass diese sich bei Schlecker und Co in den Regalen finden lassen werden. Der Discounter "Plus" arbeitet meines Wissens bereits mit einer Versandapotheke zusammen. Kein Mensch braucht bei Aspirin eine Beratung bzw. nimmt diese in Anspruch. Ich weiss, dass ich aufgrund des Medikaments, welches ich täglichen nehmen muss, dass ich keine Präperate mit dem Wirkstoff ASS nehmen darf. Dies weiss ich aber von meinem Arzt, da er mich bei der Verschreibung darauf hinweist.

    Unter dem Strich bleibt, dass natürlich wie auch heute einige Fachhandelsfilialen in anderen Produktbereichen bleiben werden, aber der Großteil über andere Vertriebswege gehen werden. Geiz ist in Deutschland nun einmal geil und jeder versucht sein "Schnäppchen" zu machen. Dies ist nichts verwerfliches, aber es hat eben Konsequenzen.

    "Die Liberalen" widersprechen sich nicht. Ich kenne genug Leute in meiner Partei, die genau in dieser Frage meine Ansicht teilen. Wenn ich hier auf das Problem der Arbeitskräfte hingewiesen habe, dann nur, weil "Spiegel" sich selbst in seiner Berichterstattung widerspricht. Auf der einen Seite werden in allen Bereichen die schlimmen und bösen Gefahren der Liberalisierung beschworen, aber wenn man einen Markt mal nicht sofort liberalisiert, dann schimpfen sie. Das ist ein Zeichen der teilweise unterirdischen Berichterstattung in Deutschland.


    Diese Ansicht teile ich. Nur genau dieser Druck wird auf dem Markt für freiverkäufliche Arzneimittel entstehen. Die Leute werden ihre Aspirin dort kaufen, wo sie am günstigsten zu haben sind. Das bedeutet Preiskampf und die Folgen dessen sind nun einmal, dass auch an den Personalkosten gespart werden wird.


    Man sieht ja an Schlecker, Aldi oder Lidl, dass sich diese Unternehmen doch hervorragend am Markt positioniert haben und gerade die beiden großen Discounter Aldi und Lidl sind, trotz negativer Berichterstattung, von den Kunden weiterhin mehr als nur gut frequentiert.
     
  8. Bremen

    Bremen Moderator

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    Das Arbeitsplätze vernichtet werden, wird (so schlimm es auch ist) im Wettbewerb der freien Marktwirtschaft leider nicht vermeidbar sein, also warum sollten die Apotheken hier gegenüber den anderen Branchen privilegiert sein?

    Überspitzt formuliert erinnern der deutsche Apothekenmarkt sehr stark an sozialistischer Planwirtschaft: 21.500 Niederlassungen (entspricht 1 Apotheke je 3.800 Einwohner. Zum Vergleich: in Österreich teilen sich 6.900 Menschen eine Apotheke, in Dänemark sogar 16.800, ohne das es dort zu einer Unterversorgung gekommen ist), gesetzliche Blockade des
    Wettbewerbs nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, damit staatliche Förderung der Kosten im Gesundheitswesen, so daß auch die schlechten der Zunft existieren können, weshalb die betriebsbedingte Schließungquote im Promillebereich liegt.

    Ein marktwirtschaftlicher Wettbewerb unter den Apotheken würde dagegen die Spreu vom Weizen trennen, die qualifizierten Mitarbeiter hätten wie in anderen Branchen auch die besten Chancen, anderswo unterzukommen und die Kosten ließen sich für die Allgemeinheit senken. Die Freigabe des Wettbewerbs ist unbedingt erforderlich, denn in den nächsten 20 – 25 Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter, so daß bei einem Erhalt des überhöhten Preisniveaus von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ( von deren Höhe die Apotheker aufgrund der höheren Provisionen profitieren) das Gesundheitssystem kollabieren würde. Und in Anbetracht, daß die geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten beiden Jahrzehnten das Alter mit höherem Medikamentenbedarf erreichen, kann der Teil der Apothekerschaft, der sich bei einer Wettbewerbsfreigabe auf dem Markt bewähren will, der Zukunft entspannter entgegensehen als es von den Lobbyisten propagiert wird.
     
  9. Bremen

    Bremen Moderator

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    Die Liberalen widersprechen sich doch. In fast allen Bereichen fordern sie freie Marktwirtschaft, möglichst geringe oder besser keine staatliche Regulierungen des Marktes, Streichung von Subventionen etc. Aber bei den Apotheken lassen die Liberalen es zu, daß der Staat aufgrund des Mehrbesitzverbots von Apotheken den Wettbewerb verhindert, was nicht nur eine staatlicher Regulierung des Marktes ist, sondern im Grunde genommen auch eine indirekte Subvention, weil durch die Verhinderung eines freien Marktes die Preise künstlich hochgehalten werden.

    Dies sind leider die Tatsachen, die auch Bestand haben, wenn Teile der Medien nicht vermeidlich oder tatsächlich unterirdisch berichten und ein medailes Leugnen, Schönreden dieser Tatsachen wäre nicht objektiv, sondern ebenfalls eine unterirdische Berichterstattung in Deutschland
     
  10. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Sehe ich ja ganz genau so. Nur mir geht es nur, um die Frage wie die Medien mit dieser Tatsache umgingen. Nämlich genau dann, wenn die FDP den Arzneimittelmarkt liberalisieren würde.
     
  11. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Und ich als Liberale fordere genau die Liberalisierung des Arzneimittelmarktes. Genau wie sehr viele andere Liberale. Deswegen ist es blödsinn, dass es pauschal hieß "die Liberalen" würden sich da widersprechen. Es gibt in der Partei in vielen Positionen unterschiedliche Positionen und leider auch viele Positionen, die aus meiner Sicht nicht wirklich "liberal" sind, so wie ich das verstehe.
     
  12. slemke

    slemke

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    Laut eines Artikels im Weser-Kurier stehen Grüne und SPD z.Zt. gleichauf bei 24%!! :eek: Würde bedeuten, wenn jetzt Wahlen wären, hätte rot/grün 48%:applaus: die schwarz/gelbe Theatertruppe käme nur auf 36%!! Man stelle sich dann nur vor, die Grünen lägen noch etwas zu und wären dann stärkst Kraft und würden den Kanzler stellen!! Wer wird uns dann regieren Claudia Roth:p oder Jürgen Trittin :p und die SPD müsste als Junior Partner dann wieder den Aussenminister stellen, also Gabriel, oder was:confused:
     
  13. Yps-Gimmick

    Yps-Gimmick Wetten, dass? - Moderator

    So interessant ein grüner Bundeskanzler (ob männlich oder weiblich ist da wurscht) auch wäre: Aber Claudia Roth als Bundeskanzlerin? Besser nicht dran denken. Immerhin könnte Sie dann Ihre Ansprachen in irgendeiner von Oliver Geißen moderierten Show machen und anschließend mit Hella von Sinnen diskutieren. ;)
     
  14. Dann wander ich aus... :wall:
     
  15. slemke

    slemke

    Ort:
    Bremen, 500m vom Stadion
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    Das hatte ich mir bei Merkel auch schon gesagt, und als Guido Aussenminister und Jackie Chan Gesundheitsminister wurde:D
     
  16. Ach, die Grünen sind doch vor allem durch die Unfähigkeit der Anderen und der Atomdiskussion soo weit nach oben gerutscht. Sollte es jetzt noch intensiver um die Integrationspolitik gehen und die Leutsch schnallen, daß der Multi-Kulti-Plan der Grünen nicht gerade Integrationsfördernd war, dann wandern einige Wechselwähler wieder direkt zur Union.

    Claudia Roth als Kanzlerin? Da könnte man sich doch glatt als Attentäter umschulen lassen ;). Spielen dann zum Zapfenstreich von Christian Wulff oder bei Staatsempfängen die Re-Union von Ton Steine Scherben?

    Wobei ich den Steinwerfer aus Bremen-Nord, Jürgen Tritt-ihn, auch nicht viel angenehmer finde. Dann doch lieber die Flugmeilenaffäre von Cem Özdemir vergessen und den nehmen. Oder Hans-Christian Ströbele, der hat zwar nicht von allem eine Ahnung, ist aber meiner Meinung nach einer der glaubwürdigsten im Bundestag.
     
  17. Brotmann

    Brotmann

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    Eutin
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    Die Grünen haben ja auch noch Renate Künast im Boot :p
     
  18. Die will doch eigentlich Bürgermeisterin von Berlin werden.
     
  19. Ein amüsantes Beispiel seiner Glaubwürdigkeit zeigt dem Vernehmen nach Spiegel-TV am Sonntagabend um 23.25 Uhr bei RTL.
     
  20. Klingt ja interessant, hat auch der Dreck am Stecken? :D